Montag, 27. Juli 2015

Myna fragt... Julia Mayer

Die Autorin Julia Mayer wurde 1993 in Mecklenburg-Vorpommern geboren und lebt heute in Stralsund. Seit 2012 veröffentlicht sie ihre Romane als Indie-Autorin. Dabei beschränkt sie sich nicht auf ein Genre, sondern schreibt sowohl über lesbische Liebe, als auch eine Dystopien-Reihe und Fantasy. Mehr über sie erfährst du auf ihrem Blog.

Pünktlich zum Erscheinen ihres neuen
Dark-Fantasy-Romans „SÉANCE – Die erste Synergie“ am 30. Juli 2015 durfte ich sie mit ein paar Fragen löchern. 

Hallo Julia, schön, dass du dich mit mir über deinen neuen Roman unterhalten möchtest. Ganz kurz, in drei bis fünf Sätzen, worum geht es in „SÉANCE“?
Hallo Myna, danke erstmal für die Möglichkeit dieses Interviews!
Séance handelt von einer Hexengesellschaft, die in einer Stadt unter Dresden lebt. Der Protagonist hat dieser Welt eigentlich den Rücken gekehrt, kommt jedoch zur Beerdigung seiner Großmutter wieder in die Unterstadt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Dort erfährt er, dass sein bester Freund wegen einer Tat verurteilt worden ist, die er nicht begangen hat, und versucht, seinen Namen wieder reinzuwaschen. Die Welt der Magos, wie die Hexen in meinem Roman heißen, wird von Frauen dominiert und vereint düstere Fantasy-Inhalte mit einer schmackigen Abenteuergeschichte.
Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert? Gibt es Orte oder Methoden die dir besonders viel neue Inspiration bringen?
Ich fühle mich dem Dark-Fantasy-Genre sehr verbunden, und wollte schon sehr lange wieder etwas Düsteres schreiben, nachdem ich mich im letzten Jahr hauptsächlich an eher lockeren Märchenthrillern oder eben lesbischen Liebesgeschichten versucht habe. Ich würde sagen, dass mir die Serie Penny Dreadful viel weitergeholfen hat, eine düstere Geschichte zu entwickeln und die Atmosphäre zu prägen. Mich inspirieren tatsächlich Serien sehr, und auch Bildkraft hat einen großen Einfluss auf meine Kreativität.
Welcher Charakter ist dir besonders ans Herz gewachsen und warum?
Helia ist mir mit der Zeit ans Herz gewachsen. Zu Beginn fand ich sie zwar cool, aber konnte sie noch nicht so richtig einschätzen. Mittlerweile ist sie einer meiner liebsten Charaktere, weil sie eine knallharte ältere Dame ist, deren weicher Kern erst nach einiger Zeit zum Vorschein kommt.
Wenn du deinem Protagonisten Alexej persönlich begegnen würdest, was würdest du ihm sagen?
Quit being a pussy!“ Ich mag Alexej sehr, aber vor allem zu Beginn ist er kein besonders starker Charakter. Er wächst mit seinen Aufgaben, aber manchmal würde ich ihn trotzdem gerne noch schütteln.
Wie lange hast du an „SÉANCE“ gearbeitet?
Puh, da muss ich kurz überlegen. Begonnen habe ich mit der Planung vor über einem Jahr. Richtig daran schreibe ich seit November 2014. Zwischenzeitlich habe ich das Projekt nochmal beiseite gelegt und etwas ruhen lassen, und beendet habe ich es im April 2015. Ich würde sagen, dass es mich sechs Monate aktiv begleitet hat, aber den Großteil habe ich tatsächlich innerhalb zwei oder drei Monaten geschrieben.
Wird es von „SÉANCE“ mehrere Bände geben?
Ja, Séance ist der erste Band einer Trilogie.
Ich finde das Cover sehr gelungen. Hast du es selbst erstellt und wenn nicht, wie viel Einfluss hattest du darauf?
Ich habe das Cover nicht selbsterstellt, was normalerweise gar nicht meine Art ist. Da mir partout nichts gelingen wollte, habe ich Casandra Krammer angeheuert und sie hat mir dieses herrliche Cover gebastelt! Ich hatte relativ großen Einfluss letzten Endes darauf. Erst war das Cover rot, aber es wirkte auf mich zu aggressiv, deshalb ist es letzten Endes Violett geworden. Auch das Pentagramm war mein Wunsch, aber der Totenkopf, die Silhouette von Dresden und die ganze Konzeption sind ihre Arbeit ganz allein gewesen. Und ich bin auch sehr zufrieden damit, kann es gar nicht oft genug anstarren.

Bist du jemand, der streng nach Plot schreibt oder eher ein chaotischer Discovery Writer?
Ich bin ein gesundes Zwischending. Ich plane grundsätzlich sehr detailliert, weil ich sonst nicht schreiben kann, aber meist halte ich mich nur vage an das Grundkonzept und lasse vieles selbst entstehen. Meine Planung ist quasi nur mein Sicherheitsnetz, falls mir spontan nichts einfallen sollte.
Viele Autoren kämpfen ja mit dem Problem, Romane anzufangen, aber nicht zu Ende zu bringen. Was motiviert dich, an deinen Projekten bis zum Schluss dran zu bleiben?
Das ist eine gute Frage … Früher war ich auch so und habe immer nur Neues angefangen und bin bei der Hälfte eines Projektes spätestens zu etwas Neuem übergegangen. Mittlerweile bin ich dafür zu neugierig. Ich will wissen, wie es weitergeht. Es hilft auch, mehrere Projekte am Laufen zu haben. Früher habe ich zwei Dinge gleichzeitig geschrieben, mittlerweile habe ich Projekte in unterschiedlichen Stadien. Wenn möglich, schreibe ich nur an einem Buch, habe aber noch eines in der Überarbeitung und ein weiteres in der Planung. Wenn ich merke, dass ich beim Schreiben nicht weiterkomme, überarbeite oder plane ich, und umgekehrt.

Du veröffentlichst deine Werke auf eigene Faust. Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden und welche Vorteile siehst du darin im Gegensatz zu einer Veröffentlichung beim Verlag?
Ich liebe das Selfpublishing, weil ich sehr frei in meinem Arbeiten bin. Ich kann alles selbst bestimmen, und da ich einen sehr starken Kontrolldrang habe, ist es für mich ideal. Zudem kann ich selbst entscheiden, mit wem ich zusammenarbeiten möchte und mit wem nicht. Mir fällt es schwer, anderen genug zu vertrauen, deshalb arbeite ich auch schlecht im Team. Da ist das Selfpublishing auch sehr gut; wobei es sicherlich nicht schaden könnte, ein paar Aufgaben abzugeben, um mehr Zeit fürs Schreiben an sich zu haben.
Das ist meiner Meinung nach der größte Vorteil. Vom finanziellen Aspekt behalte ich auch mehr Tantiemen ein, wenn ich nicht 80 % der Einnahmen an einen Verlag abgeben muss. Und ich bin nicht themen- oder genregebunden. Die meisten Verlagsautoren – bei weitem nicht alle, ich rede hier von den kleinen Schriftstellern – können nicht einfach das veröffentlichen, was sie frei-Schnauze geschrieben haben. Ich schon. Diese Freiheit möchte ich um keinen Preis vermissen.
Welchen Tipp gibst du jungen Autoren, die ebenfalls ihre Werke in Eigenregie herausbringen möchten?
Traue deinem Instinkt. Schreib, was dir gefällt und nicht, was andere von dir erwarten. Und erwarte keinen großen Durchbruch, sondern zähle lieber auf deinen Fleiß. Es bringt nichts, einen Bestseller schreiben zu wollen, zumal sich die meisten, wenn sie wie ich sind, dafür verbiegen müssten. Selbst wenn du nur eine handvoll Leser findest, werden diese dir treu sein und deine Bücher weiterhin lesen, wenn du sie wertschätzt und auch dir selbst treu bleibst. Zudem empfehle ich eine dringende Recherche über das Selfpublishing, bevor du dich entscheidest. Und wenn möglich solltest du in professionelle Hilfe (Cover, Lektorat, Buchsatz) investieren. Letzten Endes wird dir das eine Menge Frust ersparen.
Vielen Dank für das Interview!
Danke dir auch, Myna. :)

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, kannst du auf Wattpad schon einmal in „SÉANCE“ reinlesen oder bei der Veröffentlichungs-Reinfeier-Leseparty auf Facebook teilnehmen.

Die Bildrechte liegen bei Julia Mayer.

1 Kommentar:

  1. Super Interview! Bin schon sehr gespannt auf das Buch, es klingt toll!

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